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Zilina, Sillein

 

Zilina, Sillein

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Zilina

(deutsch Sillein oder Silein, ungarisch Zsolna, polnisch Zylina, lateinisch Solna) ist ein wichtiges Zentrum der Nordwest-Slowakei und hat zirka 85.000 Einwohner. Die Stadt ist Hauptstadt des Landschaftsverbands Žýilinsk kraj und die wichtigste Stadt des gleichnamigen Bezirkes

Geographie

Žilina liegt im Talkessel Zilinska kotlina (Silleiner Kessel) unweit der Grenzen zu Tschechien und Polen und ist von zahlreichen Gebirgen umgeschlossen. Hierzu gehören Javorniky im Nordwesten, Kysucka vrchovina im Nordosten, Kleine Fatra im Osten und Süden und Sulovske vrchy im Südwesten. Der Hauptfluss ist die Waag, die hier von Osten nach Westen fließt und in der Stadt zwei Flüsse aufnimmt: die Kysuca von Norden und die Rajciancka von Süden. In unmittelbarer Nähe der Stadt befinden sich an der Waag zwei Wasserkraftwerke, das Hričcov-Kraftwerk im Westen und das neuere Žilina-Kraftwerk im Osten. Die Hauptstadt Bratislava ist 200 km südwestlich gelegen. Die Stadt bedeckt eine Fläche von 80,03 km², die Seehöhe des Marktplatzes (Mariánske námestie) beträgt 345 ü.d.M.

Frühe Geschichte und Mittelalter

Die Stadt Žilina ist ein alter Siedlungsplatz (Altsteinzeit, Lausitzer Kultur, Puchauer Kultur). In der Zeit Großmährens befand sich hier eine slawische/slowakische Siedlung. Im 12. Jahrhundert stand hier eine romanische Kirche.

Im Mittelalter war Žilina lediglich eine Kleinstadt (weniger als 1000 Einwohner). Der erste Quellenbeleg stammt von 1208 in der Form terra de Selinan (siehe unten). Das Zentrum der alten slawischen Stadt Žilina befand sich in der Nähe der Kirche des Heiligen Königs Stephan im Stadtteil Rudiny. Die Kirche blieb bis heute als das einzige Denkmal aus dieser Zeit erhalten.

In der Nähe der alten Stadt, die Ende des 13. Jahrhunderts zerstört wurde, legten deutsche Kolonisten aus dem schlesischen Fürstentum Teschen Anfang des 14. Jahrhunderts eine neue Siedlung an. Vor dem Jahr 1312 erhielt Žilina die Stadtrechte. 1321 bekam Žilina durch den König Karl Robert das Marktrecht sowie das Meilenrecht zugesprochen. Die Stadt wurde zum Zentrum von Handwerk, Handel und Verwaltung für zahlreiche Gemeinden der nordwestlichen Slowakei. Zu den wertvollsten Dokumenten gehört die als Privilegium pro Slavis bezeichnete Urkunde vom König Ludwig I. dem Großen aus dem Jahr 1381. Mit dieser Urkunde wurden soziale, wirtschaftliche und vor allem nationale Widersprüche zwischen Slowaken und Deutschen geregelt. Der König ordnete darin an, dass der Stadtrat von den Deutschen und Slowaken paritätisch besetzt wird, was angeblich „schon seit der Gründung der Stadt so praktiziert“ wurde. Der Anteil der deutschen Bevölkerung nahm bereits zu dieser Zeit deutlich ab.

Neuzeit

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt protestantisch. 1610 fand hier auch die wichtige Synode von Žilina statt, die zum ersten Mal eine protestantische kirchliche Organisation in der Slowakei (und damit auch im Königlichen Ungarn) festlegte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzte jedoch eine starke Rekatholisierung ein und führte wegen des heftigen Widerstands der hiesigen Bürger 1691 zu einem Vertrag, aufgrund dessen die inzwischen königliche Freistadt ihre Rechte verlor und auf eine Untertanenstadt reduziert wurde.

Als Folge von lang anhaltenden Kämpfen, einer Heuschreckenplage (1693), von Hochwasserschäden, Bränden (1521 und 1678 brannte die Stadt fast vollständig ab) und Pestepidemien (1710 und 1713) verfiel die Stadt Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich.

Zu einer wirtschaftlichen Belebung kam es nach dem Ausbau der Bahnstrecke Kosice-Bohumin (1871) sowie der Waag-Strecke (1883). Die Stadt wurde zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und erhielt so einen entscheidenden Impuls für die Entwicklung von Industrie (1891 Tuchfabrik, 1892 Kunstdüngerfabrik, 1896 Elektromotorenfabrik und andere).

Vom 11. Dezember 1918 bis 3. Februar 1919 war Žilina Sitz der ersten (vorübergehenden) slowakischen Regierung innerhalb der Tschechoslowakei unter dem Vorsitz Vavro Srobars. Am 6. Oktober 1938 wurde hier wiederum die slowakische Autonomie innerhalb der Tschechoslowakei erklärt. Die Stadt war auch Schauplatz der ersten Kämpfe des Slowakischen Nationalaufstands.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier viele neue Unternehmen (Großplattenwerk, Kühlhaus, Ziegelwerk, Stahlkonstruktionen und andere) sowie die Universität Zilina (1953).

1949-1960 und seit 1996 war Žilina Sitz eines Landschaftsverbands.

Folgende Gemeinden wurden der Stadt angeschlossen: Bánová (1970), Budatín (1949), Bytčcica (1970), Považský Chlmec (1970), Trnové (1970) und Závodie (1949).

21. Jahrhundert

In der Nähe der Stadt entstand in den Jahren 2004 bis 2006 ein Automobilwerk des KIA-Konzerns..

Sehenswürdigkeiten

Marktplatz mit Arkaden (Mariánske námestie)

Die Innenstadt von Žilina ist ähnlich wie die von Bratislava als sehr große Fußgängerzone gestaltet, in der Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie dominieren.

Sonstige Sehenswürdigkeiten:

· sehr gut erhaltener quadratischer mittelalterlicher Marktplatz mit Arkaden, mit:
· dem alten Rathaus
· der Jesuiten-Kirche mit einem Kloster

· sonstige Kirchen:
· katholische Pfarrkirche (1400 errichtet)
· Franziskanerkirche (1730 errichtet)
· evangelische Kirche (1936 errichtet)
· Synagoge (1934 errichtet)

Schloss Budatín

· Schloss Budatin im Ortsteil Budatín: eine Wasserburg auf dem Nordufer der Waag, die nach 1545 um einen gotischen Wachturm aus dem 13. Jahrhundert herum errichtet wurde. Der Turm wurde lange Zeit als Zollstation benutzt. Zuletzt wurde das Schloss 1849–1923 im klassizistischen Stil erneuert. Heute beherbergt das Schloss ein Museum, dessen ständige Ausstellung dem Drahtbinderhandwerk gewidmet ist. Zur Zeit ist das Schloss wegen Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich (Stand Sommer 2008).

 

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