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Komarno - Die Festung an der Donau und Waag
Der Stadtplan des alten Komárno ist zauberhaft einfach: eine spitzige
Halbinsel am Ort, wo die Flüsse Donau und Waag zusammentreffen. An dieser strategischen Stelle ließen angeblich der altungarische Herzog Ketel und sein Sohn Alaptolma eine
Burg bauen. Sie stand dort bis zum 16. Jahrhundert.
Während des Krieges um den Thron zwischen Jan Zapolya und Ferdinand von Habsburg zerschoss der Sieger Ferdinand die bis damals uneinnehmbare Burg
von Komárno. Die Trümmer der mittelalterlichen Burg liess Ferdinand den neuesten strategischen Forderungen nach in eine moderne Festung mit
fünfeckigen Basteien umbauen. Zum ersten Mal wurde auf dem Gebiet der Slowakei die Erdaufschütung mit einer hölzernen Konstruktion an der Frontalseite erbaut
. Zum ersten Mal wurden auch die mit Erde gefüllten Bastionen, die mit einer Plattform für Kanone ausgestattet und mit den Schanzen in eine Kette
zusammengebunden waren, verwendet. Und das alles knapp an der Erde geborgen, was für den Feind fast unsichtbar war. Vor der Festung wurde eine Grube
gegraben, die beide Flüsse- Donau und Waag - verband und dadurch die Festung zu einer Insel umwandelte.
1594 griffen die Türken mit einer 100.000-köpfigen Armee die Stadt Komarno an. Erfolglos. Vier Jahre später versuchten die Türken noch einmal die Festung
zu erobern, wieder mal ohne Erfolg, obwohl sie mit einer noch grösseren Armee als das erste Mal kamen.
In den Jahren 1663-1673 wurde zu der alten Festung
eine neue zugebaut. Der künstliche Flussarm, der nicht verschüttet wurde, machte aus ihnen zwei selbständige Einheiten, die mit der Brücke verbunden
waren. Die neue Festung war wieder fünfeckig und grösser als die alte. In dieser Form wartete die Festung von Komarno auch das Ende der türkischen Kriege ab.
Nach den Kriegen verlor sie ihre militärische Bedeutung und den scheinbar letzen Punkt machte dann ein Erdbeben.
Der strategische Wert von Komarno lebte wieder während der gegen Napoleon geführten Kriege auf. Im August 1807 wurde mit dem Bau der Neuen Festung
begonnen. Die Lehmwalle wurden durch Ziegelschanzen ersetzt. Schon 1809 suchte in Komarno Schutz der Kaiser mit seinem Hof. Er äußerte angeblich seinen
Wunsch, in dieser Stadt die stärkste Festung der ganzen Monarchie zu bauen, die imstande wäre, 200 tausend Mann zu stationieren. Die Arbeiten wurden
also fortgesetzt. Auf dem Burghof der Neuen Festung wurden neue Kasernen sowie das Kommandantengebäude erbaut. Im Vorfeld wurde mit
dem Bau einer 6 km langen Festungskette - Palatiner Linie genannt - begonnen. Die Palatiner Linie umringte
ganz Komárno. Im weiteren Verlauf der Baurbeiten wurde die sog. Waag-Linie entlang des Flusses Waag gebaut. 1877 war der riesige Schutzkomplex fertig, er verlor jedoch
paradoxerweise zugleich an seiner Bedeutung. Der Fortschritt bei der Schiesswaffenproduktion
war so rasant, dass die Fortifikation von Komarno unwirksam wurde. Es tritt die Zeit der aus Beton und Stahl gebauten Festungen ein.
Die Stadt geriet in eine tiefe Krise. Vor dem endgültigen Fall retteten Komarno die Eisenbrücken.
Sie führten in die Stadt die Eisenbahn ein, steigerten die
Bedeutung der Dampfschiffahrt; in Komarno wurden eine grosse Werft und andere wichtige Betriebe gebaut. Der Festungsreifen zerbrach hie und da, er blieb aber wie durch
ein Wunder bis in die heutigen Tage fast unversehrt erhalten. Später wurde ein Teil der Fortifikation zerstört. Doch die Zeiten traten ein, als man das Erbe der Vorfahren
wieder zu schätzen begann.
Komarno erlitt einen grossen Verlust in den 70. und 80. Jahren des 20. Jahrhunderts, als man
ähnlich wie in anderen Städten slowakeiweit gnadenlos ihren historischen Kern zerstörte. Komarno verlor etwas von seiner ehemaligen Schönheit, aber die Festung - die hat keine
Konkurrenz. Sie ist auch europaweit ein Unikat.
Ein Artikel von Radio Slovakia International (Klick zum Original - Artikel)
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