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Was ist die Zips ?
Die Zips liegt zwischen dem Ural und dem Atlantik fast im geographischen Zentrum Europas.
Sie
gehört zur Ostslowakei, die ein geographisches und kulturelles Bindeglied zwischen Polen im Norden, Ungarn im Süden, der Ukraine und Rußland im Osten und Zentralmitteleuropa
im Westen bildet.
Seit vielen Jahrhunderten lebten dort Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen friedlich zusammen. Es gehörte von 907 bis 1918 zum
Königreich Ungarn, danach zur Tschechoslowakei, von 1939 bis 1945 zur Slowakischen Republik, dann wieder zur Tschechoslowakei und seit 1993 wieder zur Slowakischen Republik.
Ein Teil der Zipser Städte wurde von den ungarischen Königen zeitweise zur Geldbeschaffung Polen als Pfand überlassen, so daß diese vorübergehend unter polnischer
Verwaltung standen. Das Zusammenwirken von Ungarn, Juden, Ruthenen, Deutschen, Roma und natürlich Slowaken prägten die Kultur dieser Region.
Dazu gehörte auch die
Vielfalt der Religionen und Konfessionen: Römisch-Katholische, Lutheraner, Reformierte, Juden, Griechisch-Katholische und Orthodoxe.Nachdem in den unter der Hohen Tatra
liegenden Gebieten teilweise sogar Italiener mit der Kolonisation begonnen hatten, wurden von den ungarischen Königen die Deutschen - die sogenannten Zipser Sachsen - in diese
Region geholt, um vor allem Bergbau und Holzwirtschaft in Gang zu bringen.
Sie kamen bereits vor 1.000 Jahren, aber insbesondere nach dem Mongolensturm im 13.
Jahrhundert und siedelten zwischen Kosice im Süden und der Hohen Tatra im Norden.
Dort liegt das ausgedehnte slowakische Erzgebirge (Slovenské Rudohorie), ein wichtiges
Bergbaugebiet, das im Mittelalter unter den Fugger und Thurzos sogar das Zentrum der mitteleuropäischen Edelmetallgewinnung wurde.
Das dort geförderte Gold, Silber und
Kupfer finanzierte auch die Paläste in Budapest, Wien und Augsburg. Die Zipser Städte, obwohl teilweise heftig miteinander konkurrierend, taten sich in der sogenannten
Gemeinschaft der Zipser Ortschaften oder dem Bund der Zipser Städte mit der Hauptstadt Levočca zusammen und behielten bis in das 19. Jahrhundert hinein ihr eigenes aus
Deutschland mitgebrachtes Recht. Außer Levočca gehörten dazu Poprad, Kezmarok, Spišsska Kapitula und Spišssky Hrad.
Obwohl die Zips sich mehr auf den nördlichen
Teil dieser Region konzentriert, war die Entwicklung des gesamten Gebiets von Kosice bis zur Hohen Tatra eng miteinander verbunden. Die Region war reich nicht nur durch den
Bergbau, sondern auch durch Handel und Handwerk. Dort kreuzten sich über Jahrhunderte hinweg die wichtigsten Handelsstraßen zwischen Nord-Süd und Ost-West, so daß zwischen
Kosice und Kezmarok immer wieder um Handels- und Stapelrechte gestritten wurde.
In der Ostslowakei konzentrieren sich bis heute kirchliche Verwaltungszentren der
verschiedenen Konfessionen, die Orthodoxe Kirche in Presov und Michalovce, die Griechisch Katholisch (Unierte) Kirche in Presov, die Römisch Katholische Kirche mit dem
Erzbistum Kosice und die Evangelisch-Lutherische Kirche mit ihrem Ostdistrikt ebenfalls in Presov. 1531 kam die Reformation, 1673 die Gegenreformation.
Als aber der
Kaiser Leopold I 1681 kurz vor der Belagerung Wiens unter massiven türkischen Druck geriet, hat er die Gegenreformation gelockert und den Protestanten wieder Rechte
eingeräumt. Die Pfarrer kehrten zurück, die für diese Gegend so typischen Artikularkirchen aus Holz entstanden.Dieser Schnittpunkt der Kulturen und Religionen besteht seit
fast 1.000 Jahren in ununterbrochener Tradition, freilich mit gelegentlichen Verwerfungen, wie sie in der Geschichte unvermeidlich sind. Ein lebhafter Austausch und die Pflege
persönlicher Kontakte fanden nicht nur mit den umliegenden Regionen statt, sondern mit ganz Mitteleuropa.
Das traditionelle und geographisch auch richtige Verständnis
von Mitteleuropa wird dort anders gesehen als in Westeuropa. Bis heute bezeichnen sich die nordöstlichen Provinzen Italiens Gorizia und Triest als Mitteleuropa. Dort hat man
traditionell Slowenien, Kroatien, Serbien so wie die nördlich davon liegenden Länder einbezogen. So hat sich auch die Ostslowakei immer als (östliches) Mitteleuropa verstanden.
Entsprechend war auch die Ausrichtung der kulturellen und wirtschaftlichen Kontakte. Man ging nicht nur zum Studium nach Westen, z.B. nach Deutschland, sondern am
berühmten Lyzeum in Kezmarok studierten neben Deutschen auch Ungarn, Slowaken, Serben u.a., aus denen später z.T. bekannte Schriftsteller, Wissenschaftler und Künstler
hervorgingen (Safarik, Hviezdoslav, Frölich, Buchholtz, Mednansky, Alexander u.a.).
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